Adelboden: So etwas von niedrigem Instinkt

Sie wollten ein wenig die „Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen“ heucheln, und änderten extra für Adelboden den Namen von

SRF bi de Lüt

zu

Die grosse Wintershow

Schnell umgetauft. Man wollte damit ein wenig Ernsthaftigkeit signalisieren. Mit jodeln für die 6 verstorbenen von Schweden, davon 5 aus Adelboden? Mit lustigen Geschichten von Ex Skirennfahrerin Annerösli Zryd?!

 

Vorweg der Oberhammer: Zu Ende der Sendung rief Nik Hartmann ins Publikum: „In Gedanken waren wir heute bei den Angehörigen“. Unerhört, einfach unerhört. Frage: Wie kann man eine Sendung, 2 Stunden, durchführen, gestalten, jodeln, singen, lachen? Lustige Anekdoten erzählen, und gleichzeitig mit Gedanken bei Angehörigen sein?

Erbrechen bis zum geht nicht mehr!

 

Da nützt ein ruhiges, gemeinsam gesungenes Lied am Sendungsende auch nichts. Diese Fernsehsendung durchziehen kann man nur noch als Hohn ansehen. Als unter jeder Sau.

 

Screenshot der Regierungsrätin des Kanton Bern, Frau Beatrice Simon, BDP. Sie freute sich ebenfalls. Sogar auf reinen Genuss. 6 Tote, davon 5 Adelbodner, hielten auch sie nicht von einer Teilnahme an der Show ab. Ob die Toten eine solche Politikerin im Oktober 2019 in den Ständerat gewählt hätten?

Zu Sendungsbeginn versuchte Moderator Nick Hartmann sich zu rechtfertigen. Man habe sich die Frage gestellt, abzusagen, und mit den Verantwortlichen der Gemeinde wie auch mit den Angehörigen hätte man das Gespräch gesucht. Man sei zum Schluss gekommen, den Anlass (Show) durchzuführen, um vielleicht wieder ein bisschen mehr Licht an diesen Ort zu bringen.

 

Heuchler!

 

Oh, ihr zahlreichen Pharisäer. Und dann erst der Gemeindepräsident mit seinen Voten! 

 

Bei der voll durchgezogenen Fernsehsendung „SRF bi de Lüt“ herrschte innert wenigen Minuten eine Bombenstimmung. Das sehen sogar Journalisten kommerzieller Zeitungen  so! Zum Beispiel Lukas Rüttimann: 

Auszug:

Irgendwann war dann aber doch fast wieder Courant normal. Die Adelbodener Skilegenden Hans Pieren und Annerösli Zryd etwa sorgten für launige Anekdoten aus glorreichen Skitagen, der frühere Chuenisbärgli-Champion Marc Berthod schaltete sich aus Kitzbühel zu, Oesch’s die Dritten sorgten mit ihrem Jodel-Hit für Laune, und Gleitschirm-Ass Chrigel Maurer zeigte seine atemberaubenden Flugkünste. (27.01.2019, Rüttimann)

Eine ganz verreckte Schweinerei ist die, dass man mit schwer traumatisierten, völlig am Boden zerstörten Eltern/Angehörigen der verstorbenen, ihrer innigst geliebten Söhne, das Gespräch suchte, um sich über einen Abbruch des Skirennens auszutauschen. Sowas geht schlicht weg nicht. 

 

Was geht?

Das Skirennen zumindest vom Sonntag, 13.01.2019 abbrechen, und die Fernsehsendung SRF bi de Lüt vom 26.01.2019 absagen. Punkt. Alles andere ist Skandalös. Was es ja jetzt auch war. Aber Geld regiert die Welt. Absagen kosten, bringen keine Einnahmen.

Hätten die Hinterlassenen gegen die beiden Anlässe „rebelliert“ (Aus unserer Sicht zu recht), hätte es im Nachgang bestimmt so Souhünd gegeben, die eine Absage den Angehörigen mittels Schuldzuweisung ankreideten. 

Piazzagrande24, ab 29.01.2019

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